Gute Nacht Freunde!

Das Wochenende beginnt – so langsam plant auch der Letzte, sein Programm für Freitag und Samstag. Die „Partylöwen“ setzen sich dabei mit Gedanken auseinander, wo die beste Party steigt und wo die heißesten Boys und Girls der Stadt am Start sind.


Außerdem gibt es die so genannten „Szenekenner“. Sie wissen schon Tage, manchmal auch Wochen vorher, wann man sich auf welcher Party sehen lassen muss und was gerade sowohl musikalisch, als auch klamotten- und frisurtechnisch als „stylisch“ in der hiesigen Nightlife-Szene gilt. Besonders in studentischen Kreisen ist es üblich, den Abend in geselliger Runde einzuleiten. Dazu trifft man sich in der Regel in privaten “Studentenbuden” und schlürft ein oder zwei Cocktails. Welche vermutlich delikater schmecken als das übliche trübe Gesöff diverser Studentenpartys. Bei diesem so genannten „warm-up“, ist immer wieder das Phänomen zu beobachten, dass die Körpertemperatur des einen merkwürdigerweise tiefer, als die des anderen liegt. Damit erklärt sich wieso beispielsweise Rumpelstilzchen nach zwei Drinks schon ums Feuer tanzt, während Schneewittchen nach vier immer noch müde im Glassarg liegt.

Nachdem alle angetrunken sind, geht es in die Clubs. Die ersten der Gruppe müssen sich an dieser Stelle leider schon verabschieden – das sind diejenigen, die sich bereits vor dem „Vorladen“ warm getrunken haben! Im Club angekommen, beginnt der Hauptteil des Abends: Es wird getanzt, weiter getrunken und geflirtet. Getanzt wird dabei meistens zu disharmonischen Klängen, die sich aus Bamm-Bamm und Bumm-Bumm zusammensetzen. Die Szenekenner bezeichnen dies als „House-Music“! Getrunken werden dazu immer weniger klassische Getränke wie Schnaps oder Bier, dagegen genehmigt man sich vielmehr den klebrigen Bier-Fruchtsaft-Mix, welcher Tags zuvor in der Werbung bei RTL gesehen wurde. Der Vorteil: dass man davon auch mal einen mehr trinken kann und nicht schon nach 41 Fläschchen klinisch versorgt werden muss, wie jener Schwächling jüngst in Berlin!

Der Gigolo der Gruppe spart allerdings sein Geld lieber und lädt ein nettes Wesen des weiblichen Geschlechtes auf einen Drink ein. Als die rassige Südländerin an der Bar, auf die Frage, ob er sie zu einem Drink einladen dürfe, mit dem Satz „gib mir lieber das Geld“ antwortet, ist auch für ihn der Abend gelaufen. Jedoch halt, der Abend ist noch nicht ganz zu Ende. Was zum Abschluss der Nacht noch fehlt, ist eine kleine Stärkung kulinarischer Art, schließlich ist mittlerweile auch schon die Zeit erreicht, zu der manche Menschen frühstücken. Der Szenegänger bevorzugt da lieber das „Spätstücken“. Ist man beim Alkohlokonsum brav im Rahmen geblieben, verbringt man die Nacht nicht auf der heimischen Toilette, sondern kann sich für die Tierwelt einsetzten, Schäfchen zählen und den Kater des nächsten morgens versorgen!

Katrin Hemminger

Bookmark Tools
  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Digg
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Add to favorites

Einen Kommentar schreiben