Auf der Kultourspur

Kultureller Erlebnisparcour in Karlsruhe

Auf der Kultourspur

Keine Lust auf stickige Kneipen oder dicht gedrängtes Gehopse zu ohrenbetäubender Musik? Kein Problem, denn Karlsruhe hat nachts auch anderes zu bieten als Discos, Bars und Lounges! Wie wär´s zum Beispiel mal mit Kultur?.

KAMUNA

Für den einen ist es nur die Karlsruher Museumsnacht, für den anderen ist es das Kulturereignis zum Anfassen, Mitmachen und zur nächtlichen Anregung – einfach KAMUNA.

In dieser Nacht ziehen jedes Jahr kulturhungrige, wissbegierige Menschenmassen durch die Stadt. Karlsruhe verwandelt sich in einen künstlerischen, musikalischen und kulturellen Erlebnisparcour.

Am 4. August ist es wieder soweit! Unter dem Motto „KAMUNA… da klingt die Nacht“ öffnen zahlreiche Museen ihre Pforten. Verschiedene Kultureinrichtungen gestalten von 18 bis 1 Uhr Führungen, Konzerte, künstlerische Darbietungen sowie Sonder- und Dauerausstellungen. Die Manufaktur-Werkstätten und Künstlerateliers der Majolika öffnen extra für die KAMUNA- Gäste ihre Türen mit einem facettenreichen Farbklangerlebnis. Im Badischen Kunstverein erklingt die Nacht mit einer Auswahl der besten deutschen Musikvideos, die mit dem MuVi-Award der Kurzfilme ausgezeichnet wurden. Während das Literaturmuseum am Prinz Max Palais auf einen Streifzug durch die Literatur des 20. Jahrhunderts zum Thema Musik einlädt, lässt die Lesung des Schauspielers Christian Rehrl in der Staatlichen Kunsthalle die Besucher aufhorchen. Neben den 13 üblichen KAMUNA- Institutionen sind dieses Jahr zum ersten Mal das Badische Konservatorium, das Kunsthaus Durlach, das Museum für Öffentliche Uhren, Rhythmo und die Staatliche Hochschule für Gestaltung mit dabei. Zur traditionellen Abschlussveranstaltung für KAMUNA- Besucher mit Ausdauer laden südamerikanische Rhythmen der Band “Conjunto Ucayali“ von 0.30 bis 2.30 auf dem Schlossplatz ein, um die bunten Eindrücke der 9. Karlsruher Museumsnacht fröhlich ausklingen zu lassen.

Der KAMUNA-Button, im Vorverkauf für Studenten für 6 Euro erhältlich, bietet freien Eintritt in allen beteiligten Museen und ist zusätzlich bereits ab 14 Uhr Fahrschein für Bus und Bahn. Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall, denn wann besteht sonst die Möglichkeit, „so viel Kultur für wenig Geld“ in einer Nacht zu schnuppern.

Natürlich bietet diese Art von „Museums- Hopping“ zunächst nur einen kurzen Überblick über die verschiedenen Kulturangebote. Da ist es verständlich, dass man sich an diesem Abend nicht intensiv auf die einzelnen Angebote einlassen kann. Weil sie es aber meistens wert wären genauere Beachtung zu finden, sollte die KAMUNA sozusagen Appetit machen auf mehr Kultur mit mehr Zeit und weniger Ablenkung.

Trotz allem kann man bei diesem kulturellen Großereignis der Stadt Karlsruhe viele Eindrücke sammeln, einiges erleben und am Ende denkt sich sicher so mancher: „Ach, könnte es nicht alle Tage solche Nächte geben?“ Wer sich ein bisschen informiert wird feststellen, dass es solche Nächte oft gibt.

Nachtaktive Kunstbetrachter
Nachtaktive Kunstbetrachter

Tempelfest

Erst letzten Monat fand wieder das große Tempelfest statt. Dieses kostenlose Open-Air- Festival wird jährlich vom Kulturverein Tempel organisiert und bot auch dieses Mal wieder ein kontrastreiches Programm für Jedermann. Neben Live- Musik waren Tanzdarbietungen, Kleinkunst, Gauklergruppen, Jonglagen, Akrobatik und literarische Performances am Start. Alles in Allem ein rundum gelungenes Fest in wunderschönem Ambiente. Zusätzlich zu diesem Festival lohnt sich ein Besuch zu den unterschiedlichsten kulturellen Veranstaltungen, die der Tempel das ganze Jahr über bietet.

Kultur pur

Eine weitere Plattform für Kultur ist der Club „Die Stadtmitte“, der nicht nur als Dance- Floor genutzt wird, sondern auch für Konzerte, Spielabende, Theater, Tanzperformances und Lesungen. Wer sich Kultur auch etwas kosten lassen kann oder will, ist in der Underground- Kulturszene „KOHI“ in der Südstadt genau richtig. Für einen Monatsbeitrag von 10 Euro wird hier ein ständig wechselndes Kulturprogramm vom Feinsten geboten. Das Besondere dabei: Die Mitglieder machen das Programm. Das heißt, dass den Mitgliedern hier eine Plattform für ihre Ideen und Projekte geboten wird. Der KOHI-Kulturraum e.V. steht also allen offen, die ein Projekt oder eine Idee in die Tat umsetzen und veröffentlichen möchten. Immer beliebter wird die Verbindung von Kunst und Musik in Szene- Locations. In Karlsruhe wird zum Beispiel einmal monatlich im „Kulturhaus- Gotec“ Kunst von DJ- Sounds umrahmt. Viele Cafés, wie das Café Palaver, der Pendel oder die Gurke wandeln sich zu Galerien um, in denen Künstler ihre Werke präsentieren können. Kulturschwärmer, die ihre Ohren und Augen offen halten kommen in Karlsruhe garantiert auf ihre Kosten.

Katrin Hemminger und Bonnie Berendes

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