DVD: Elephant

Ein aufwühlender Film, der zum Nachdenken anregt

Vier Jahre nach dem Massaker in der Columbine High School widmet sich Gus van Sant dem Amoklauf an Schulen. Bei der Darstellung der brisanten Thematik nehmen Authentizität und Wertfreiheit eine tragende Rolle im Film ein.

Elephant – Auf dem Weg nach Columbine
Elephant

Man verzichtet auf Protagonisten und perspektivische Darstellung. Vielmehr wird deutlich, dass Massaker an Schulen nicht aus einer Sicht heraus erklärt werden können und nicht in ein Verhaltensmuster einzuordnen sind. So wird an einer High School, die letzte Stunde einiger Opfer dargestellt sowie der letzte Tag der Täter. Nicht Columbine, sondern irgendeine High School ist Ort des Geschehens, in der etwa in Arbeitsgruppen über Homosexualität diskutiert wird, in der die schüchterne Michelle in der Bücherei arbeitet oder Baseballheld Nathan mit seiner Freundin Pläne für den Abend schmiedet. In diesem ganz normalen Schulalltag planen Eric und Alex ihren Amoklauf. Gerade weil dieser Film gekonnt mit Stereotypen spielt, wird die Ausnahmesituation zur erfahrbaren Lebenswelt. Brutal durch die unemotionale Darstellung zwingt der Film den Zuschauer, sich selbst Gedanken zu machen.

Anja Mayer

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