Prekäre Lage in der Fächerstadt

Erfolgreiche Aktion „Student sucht Zimmer“

Wie in anderen Hochschulstädten gibt es auch in Karlsruhe häufig einen Mangel an Zimmern für Studenten. Hartmut Kurz – Abteilungsleiter Wohnen und René Stephan – Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Studentenwerks Karlsruhe geben einen kurzen Überblick über die Wohnungssituation und ihre Aktionen.

Wie schätzen Sie die Wohnungssituation in Karlsruhe ein?

Die Wohnungssituation ist zu Beginn des Winter- und Sommersemesters sehr angespannt. Viele neue Studenten kommen in die Stadt. Gleichzeitig wird aber wenig Wohnraum frei, da die Studenten höherer Semester noch in den Prüfungen stecken. In Karlsruhe sind für etwa 12–13 Prozent der Studierenden in Karlsruhe Wohnheimzimmer vorhanden, damit ist die Versorgungsquote deutlich schlechter als in anderen Hochschulstädten in Baden-Württemberg.Obwohl in den letzten fünf Jahren über 1000 Wohnheimplätze geschaffen wurden, reichen die Zimmer bei weitem nicht aus. Viele Studierende der Region müssen anfangs pendeln, bis sich der Wohnungsmarkt wieder etwas entspannt hat. Unserer Meinung nach ist das Pendeln auf Dauer nicht sinnvoll, da viel Zeit auf der Strecke bleibt und das studentische Leben wegfällt.

Hartmut Kurz und René Stephan
Hartmut Kurz und René Stephan

Wie viel Prozent der Studierenden können Sie pro Semester erfolgreich vermitteln?

Jährlich gehen bei uns etwa 3500 Bewerbungen für Wohnheimplätze ein. Davon können wir ca. 1500 Studenten mit einem Wohnheimplatz versorgen. Auf unserer Warteliste haben wir stetig 1500–2000 Bewerber. Anträge die älter als ein halbes Jahr sind, werden dabei nicht mehr beachtet. Außerdem können wir konstant etwa 100 Angebote privater Vermieter bereitstellen. 2600 Privatzimmer wurden im letzten Jahr erfolgreich über das Studentenwerk vermittelt.

Welche Vorteile bringt die Suche über das Studentenwerk?

Die Wohnheime des Studentenwerks sind bevorzugt Anlaufstellen für Erstsemester und ausländische Studierende. Die Wohnheime zeichnen sich durch ihre hohe Qualität und ihre relativ niedrigen Warmmieten aus. Das Bewerbungsverfahren ist problemlos über das Internet zu bewältigen. Die Privatzimmervermittlung des Studentenwerks stellt kostenlos Kontakte zwischen Vermietern und Studenten her.

Wie ist die Aktion „Student sucht Zimmer“ zu verstehen?

Die Aktion startete 2002 mit dem Überkleben der Wahlplakate. Es war ausgemacht, die vorhandenen Flächen nach der Wahl für die Aktion „Student sucht Zimmer“ zu nutzen. Am meisten Aufmerksamkeit, vor allem in den Medien, bekam 2003 der Baucontainer auf dem Marktplatz, indem für eine Woche Studenten wohnten. Jedes Jahr geht das Studentenwerk mit unterschiedlichen Aktionen an die Öffentlichkeit, um mehr Wohnplätze für Studenten zu gewinnen. Diese Aktionen sollen nicht nur private Vermieter, sondern auch Investoren ansprechen. Nähere Informationen gibt es auf: www.student-sucht-zimmer.de.

Erwarten sie durch den Status „Elite-Uni“ eine Flut an Studenten?

Mit einem enormen Anstieg an neuen Studenten rechnen wir nicht. Unser großes Ziel ist das Jahr 2012, indem der doppelte Abiturjahrgang aufzufangen ist. Für die kommenden Jahre sind etwa 250 weitere Wohnheimzimmer in Planung.

Caroline Schlegel und Verena Zeiner

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