Aktiv ins neue Semester

Ausflüge ins Karlsruher Umland

Aktiv ins neue SemesterNach der erfolgreichen Wohnungssuche stellt sich für viele Erstsemestler nun die Frage: Wie gestalte ich meine Freizeit? Doch auch für „Kallsruh’-Insider“ lohnt es sich, einen Blick über den Tellerrand der Stadt zu wagen. Ob Geschichtliches, Schöngeistiges oder Sportliches – im Umland gibt es einiges zu entdecken.


Die vorlesungsfreie Zeit neigt sich dem Ende zu und man beginnt sich auf die kommenden Wochen, die damit verbundene Arbeit und etwaige studienfinanzierende Nebenjobs vorzubereiten. Gleichzeitig werden die Tage spürbar länger und es kommt der unweigerliche Drang auf, sein Leben aus den eigenen vier Wänden wieder hinaus auf die Straße, in die Parks und in die Natur zu verlegen. Die ersten warmen Frühlingstage tun ihr Übriges dazu. Den Schlosspark kennt man jedoch schon aus den letzten Semestern, in der „Günter-Klotz-Anlage“ herrschen die Skater sowie Radfahrer und in den Innenstadt-Cafés erdrücken einen regelrecht die Straßenbahnen und Passanten.

Dahingegen eröffnen sich mit dem Studi-Ticket gleich vor den Toren der Stadt vielfältige Möglichkeiten, um den Bewegungsdrang zu befriedigen, dem Bedürfnis nach Kunst und Kultur gerecht zu werden oder einfach nur der Langweile vieler Hörsäle zu entfliehen. Unter den folgenden drei Vorschlägen ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei.

Auf den Spuren der Markgrafen

Schloss Bruchsal
Ein Ausflugsziel im Norden
Karlsruhes – Schloss Bruchsal

Auch wenn Karlsruhe eine der jüngsten Städte Deutschlands ist, besitzt das Umland eine große Anzahl an sehenswerten barocken Repräsentationsbauten. Besonders die überregional bekannten Schlösser laden zu Ausflügen ins Karlsruher Umland ein. Die Markgrafen der Baden-Badener Linie haben sich hier durch eine ausgeprägte Bautätigkeit hervorgetan. Man erreicht deren Bauten von Karlsruhe aus gut mit der Stadtbahn. So zum Beispiel das Rastatter Schloss nach Versailler Vorbild, welches Markgraf Ludwig Wilhelm ab 1705 als neue Residenz errichten ließ. Heute ist es das älteste Barockschloss am Oberrhein. Der durch die Kriege gegen die Osmanen als „Türkenlouis“ bekannte Feldherr verstarb jedoch bald und seine Gemahlin Sibylla Augusta übernahm die Regentschaft. Sie ließ weitere Bauten, wie das in unmittelbarer Nähe gelegene Lust- und Jagdschloss Favorite, errichten. Neben den Gebäuden und ihren Ausstellungen laden die zugehörigen Gärten zum Verweilen ein.

Um einiges näher liegt der Alterswohnsitz von Sibylla Augusta, das Ettlinger Schloss. Die aus dem Mittelalter stammende Anlage ließ sie nach ihren Vorstellungen in eine Barockresidenz umgestalten. Für Kunstinteressierte ein besonderes Ziel ist der von C. D. Asam mit Fresken ausgestattete und nach ihm benannte Saal: die ehemalige Schlosskapelle. Auf Grund seiner hervorragenden Akustik ist er einer der beliebtesten Kammermusiksäle der Region. Die Ettlinger Altstadt lädt daneben zu einem Stadtbummel ein, den man gemütlich im Eiscafé, an der Alb sitzend, ausklingen lassen kann.

Die einzige geistliche Residenz am Oberrhein befindet sich im Norden Karlsruhes – in Bruchsal. Das ab 1720 erbaute Barockschloss war der Sitz der Fürstbischöfe von Speyer. Der Erbauer Fürstbischof Hugo von Schönborn war gut bekannt mit Sibylla Augusta, deren langjährige Erfahrungen im Schlösserbau hilfreich waren. Das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Gebäude beherbergt heute das Deutsche Musikautomatenmuseum mit Exponaten aus den letzten drei Jahrhunderten.

Weitblick mit Einblick

Turmberg
Der Turmberg in Durlach

Für die verlängerte Mittagspause, um Hohlstunden zu überbrücken oder um einfach mal den Blick in die Ferne schweifen zu lassen und den Gedanken Freiraum zu geben, eignet sich ein Ausflug nach Durlach. Vom Zentrum gelangt man mit der Tram-Linie 1 schnell an den Fuß des Turmberg, der eine der nördlichsten Erhebungen des Schwarzwaldes ist. Den “Gipfel” kann man mit einer gemütlichen Wanderung durch den Weinberg, über einen 529-stufigen Treppenweg, mit dem Rad oder auch mit dem Auto erklimmen. Eine weitere attraktive Möglichkeit die Burganlage aus der Zeit der Staufer zu erreichen, ist die Fahrt mit der ältesten Standseilbahn Deutschlands, die einen direkt auf den Berg bringt. Mit dem Studi-Ticket steht man hier jedoch vor verschlossenen Türen. Die Fahrt kostet leider extra.

Doch ganz gleich, wie man den Turmberg erreicht, von dem 256 Meter hoch gelegenen Turm genießt man eine unbeschreibliche Aussicht. Direkt am Fuße des Berges erstrecken sich die Stadt und die Rheinebene. Bei gutem Wetter reicht der Blick im Norden vom Odenwald über Heidelberg und Mannheim in die Pfalz im Westen und im Süden bis nach Frankreich in die Vogesen. Manchmal lässt sich sogar das Straßburger Münster erahnen.

Auch für ausreichend Stärkung nach dem Aufstieg ist im beliebten Schützenhaus gesorgt. Sucht man eine entsprechende Umgebung für die ganz besonderen Momente zu zweit, dann ist das Restaurant „Klenert’s“ ein passender Ort. Hier hat man besonders am Abend einen atemberaubenden Blick über das Lichtermeer der Stadt.

Gespannt von Baum zu Baum

Fun Forest
Fun Forrest Kandel

Wem jetzt noch der richtige Bewegungs-Kick fehlt, dem sei der „Fun Forest“ bei Kandel in der Pfalz empfohlen. Dieser ist auch für alle ohne Auto bequem per Bahn und Studi-Ticket von Karlsruhe aus zu erreichen. Vom Bahnhof Kandel sind es dann noch 10 Minuten zu Fuß. In einer Höhe von bis zu 15 Metern spannt sich hier ein Hochseilgarten durch den „Bienenwald“. In naturbelassener Umgebung klettert man über Balken, Stahlseile und andere ausgefeilte Konstruktionen von Baum zu Baum.

Mit seinen 15 Kletter-Parcours erstreckt sich der Park auf einer Fläche von knapp 77 000 Quadratmetern durch den Wald. Für jeden Klettertyp gibt es passende Parcours – vom Anfänger- bis zum Profi-Tarzan. An diesem Ort erfährt man ein völlig anderes Körpergefühl. Schon mal in luftiger Höhe mit dem Skateboard oder einem Schlitten gefahren? Hier ist es möglich. Ein besonderes Highlight stellt die 250 Meter lange Seilrutsche quer durch das Gelände dar.

Wegen des großen Besucherandrangs ist die Kletter-Zeit auf drei Stunden begrenzt. Für jede weitere muss ein kleiner Aufpreis bezahlt werden. Da die meisten Parcours von der Ausgangsstation in den Wald führen, hat man sich schnell vom dortigen Trubel entfernt und konzentriert sich voll aufs Klettern. Bänke für gemütliche Vesperpausen stehen im Wald verteilt bereit.

Um seine Sicherheit braucht sich derweil niemand zu sorgen, denn überall stehen Helfer und ausgebildete Kletterexperten bereit und geben Tipps, wie die nächste Aufgabe am besten zu meistern ist. Zu Beginn erhält man eine 20-minütige ausführliche Sicherheitseinweisung, sowie ein aus Helm und Gurt bestehendes Klettersteigset. Die ganze Zeit über ist man doppelt an einem Sicherungsseil gesichert. Und falls man doch vor einem unüberwindbaren Hindernis steht, braucht man nur „Cappuccino“ zu rufen – der parkinterne Hilferuf.

Wer sich noch nicht in die Schwindel erregenden Höhen wagt, kann den Freunden gemütlich aus dem Park-Bistro zuschauen – selbstverständlich ohne Eintritt zahlen zu müssen. Ideal, um bei einem selbst geschmierten Butterbrot den noch nötigen Mut zu sammeln. Für Studenten besonders interessant: Der „Fun Forest“ bietet den fast idealen Nebenjob. Neben studentenfreundlich flexiblen Arbeitszeiten erhält man eine kostenlose Bergrettungsausbildung.

Immer noch nicht genug?

Natürlich lassen sich alle diese Ziele auch sehr gut mit dem Karlsruher Urverkehrsmittel, dem Fahrrad erreichen. So kann man verschiedene Ziele zu einem Tagesausflug kombinieren. Besonders eignet sich dafür eine Besichtigung der Schlösser in Ettlingen und Rastatt. Auch der „Fun Forest“ bietet an manchen Wochenenden spezielle Aktionen für Radfahrer. Und wem der Anstieg zum Turmberg zu kurz ist, der kann direkt weiter in den Schwarzwald fahren.

Verena Zeiner und Niko Beer

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