Jung, begabt, UND unabhängig

Nachwuchskünstler haben es nicht immer leicht. Wollen sie einem breiteren Publikum ihre Kreativität unter Beweis stellen, erschwert es ihre geringe Bekanntheit oft in etablierten Galerien auszustellen oder an Messen teilzunehmen. Um dennoch Aufmerksamkeit zu erregen, ist wie so oft Eigeninitiative gefragt.


So entschlossen sich letztes Frühjahr neun Kunstinitiativen aus Karlsruhe sowie zwei ausländische Projekte aus der Schweiz und Polen die Förderung junger Künstler selbst in die Hand zu nehmen. Mit der Poly-Produzentengalerie e. V. als Triebfeder entstand die Idee, eine Kunstmesse ins Leben zu rufen, für die Kunst statt Kommerz in den Vordergrund rücken sollte. Ergebnis war die UND#1, die im März 2006 einen Einblick in die Tätigkeit der teilnehmenden Initiativen und somit einen Querschnitt durch die so genannte Off-Szene bieten konnte. Die Werke der geförderten Künstler standen dabei im Mittelpunkt und wurden dem Publikum auf 600 Quadratmetern eines ehemaligen Supermarktes präsentiert.

UND das war nur der erste Streich …

UND #1
Hier wird Raum für Kunst geboten

Nach dem erfolgreichen Auftakt geht es in wenigen Wochen in die zweite Runde: Dieses Jahr schließen sich insgesamt 27 lokale wie internationale unabhängige Kunstinitiativen und Galerien zusammen, um mit der UND#2 eine noch größere Plattform für (bisher) wenig bekannte Ausstellungsprojekte und somit ein breiteres künstlerisches Spektrum anzubieten: Nicht nur Malerei, auch Videos, Installationen, Performance, Skulptur und Fotografie. In den Hallen des ehemaligen Opel Zschernitz-Geländes erhalten Kunstliebhaber Einblicke in die junge, wachsende Kunstszene, die dieses Jahr von Teilnehmern aus der Schweiz, Spanien, Norwegen, Belgien, Österreich und Deutschland vertreten wird. Auf 2300 Quadratmetern stellen sie sich vom 21.–25. März den neugierigen, anerkennenden und sicherlich auch skeptischen Blicken kunstinteressierter Besucher.

Durch die Konzentration auf die junge Kunstszene hebt sich die UND#2 von „herkömmlichen“ Messeveranstaltungen ab, auf denen größtenteils kommerziell ausgerichtete Galerien vorgestellt werden und No-Name-Künstler meist unberücksichtigt bleiben. Eine der teilnehmenden Galerien ist die Ferenbalm-Gurbrü Station aus Karlsruhe. Ihre Inhaber und Mitorganisatoren der UND, Lukas und Sebastian Baden, betonen, dass sich die UND keineswegs als Konkurrenzveranstaltung zur parallel stattfindenden art KARLSRUHE versteht, sondern als ergänzende Plattform, die jungen Künstlern die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch und Raum für Experimente geben will. Die Vernetzung und Kooperation der Initiativen spielt für sie eine große Rolle, ebenso das schlichte Ziel, ‚Kunst nach Karlsruhe‘ zu holen. Erfrischend aktuell und – für Künstler – recht ordentlich organisiert, will die UND zeigen, dass Kunst nicht nur als Schmuck fürs Wohnzimmer verstanden werden muss, sondern Raum für Gedanken und Assoziationen bietet; für Phantasie, Reflexion und Tiefgang steht. „Wir wollen uns auch nicht vom Kunstmarkt fernhalten, sondern ihm von der Seite begegnen“, meint Baden.

Helfende Hände werden immer gesucht

Nachdem die UND#1 knapp 1500 Besucher verbuchen konnte, werden dieses Jahr deutlich mehr erwartet. Nicht zuletzt, weil die UND#2 ein musikalisches Rahmenprogramm anbieten wird, um die Messe noch ansprechender zu gestalten und für Abwechslung zu sorgen. So findet beispielsweise am 24. März der „Samstag der Performance“ statt, an dem unterschiedliche Konzerte und ein Poetryslam geboten werden. Finanziell unterstützt wird die gesamte Veranstaltung vom Kulturamt und Regierungspräsidium der Stadt Karlsruhe, dem Kunstmagazin Regioartline, den Stuttgarter Kunstnotizen „Sonnendeck“ und weiteren Sponsoren. Wird es eine UND#3 geben? Wenn die Resonanz weiterhin so positiv bleibt und sich geeignete Räumlichkeiten finden lassen, gibt sich Sebastian Baden durchaus optimistisch. Derzeit steht erst einmal die Organisation der kommenden Messe im Blickpunkt, wofür stets freiwillige Helfer für Betreuung, Catering, Kasse etc. willkommen sind. Interessant für Studenten der

Katrin Fronczek

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