Ab ins Ausland

Weltweite Verflechtungen kennzeichnen die heutige Zeit. Das schlägt sich vor allem auf dem Arbeitsmarkt nieder. Deshalb gewinnen in den verschiedenen Berufszweigen Auslandserfahrungen immer mehr an Bedeutung. Warum sie also nicht während des Studiums im Rahmen eines Auslandssemesters oder -praktikums sammeln? Man lernt ein fremdes Land, seine Menschen sowie seine Kultur kennen und nebenbei verbessert man auch noch seine Sprachkenntnisse. Und das alles, ohne ein Semester zu verlieren.


„Die Welt ist wie ein Buch.
Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“

Aurelius Augustinus

Wenn du an der Universität Karlsruhe immatrikuliert bist, dann werden dir viele Möglichkeiten geboten, für eine bestimmte Zeit an einem anderen Ort zu studieren. Sei es, in Lettland die Gastuni nur durch den Schnee stapfend zu erreichen, sei es, in Spanien am Strand auf Klausuren zu lernen – alle Türen stehen offen, du hast die Qual der Wahl.

Auf Europatournee mit Erasmus und Eucor

Flugplan
Wohin soll es denn gehen?

Mit dem Austauschprogramm Socrates/Erasmus, das seit 1987 existiert, kannst du in fast allen europäischen Ländern studieren ohne dafür Studien- und Prüfungsgebühren zu bezahlen. Der Auslandsaufenthalt dauert zwischen drei und zwölf Monate und beginnt meist zum Wintersemester. Bei einer Dauer von bis zu zehn Monaten beantragst du am besten eine Mobilitätsbeihilfe der EU, die sich an der Universität Karlsruhe derzeit auf 125 Euro pro Monat beläuft. Für einen solchen Austausch werden natürlich Grundkenntnisse in der jeweiligen Landesprache vorausgesetzt, die jedoch nicht geprüft werden. Meist hilft ein drei- bis vierwöchiger Sprachkurs, um sich auf das Gastland und seine Sprache vorzubereiten. Somit ist die einzige Voraussetzung, um an Socrates oder Erasmus teilnehmen zu können, das abgeschlossene Vordiplom.
Die Fridericiana gehört außerdem der 1989 gegründeten europäischen Konföderation der Universitäten am Oberrhein, kurz EUCOR genannt, an. Zu dieser zählen des Weiteren die Universität Basel, Université de Haute-Alsace Mulhouse, Université Strasbourg I–III und die Universität Freiburg.
Was bedeutet das nun für dich, den ordentlich Immatrikulierten der Fridericiana? Automatisch bist auch du in den genannten Universitäten eingeschrieben, wenn du an einer der folgenden Fakultäten studierst: Wirtschaftswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Mathematik/Informatik, Sportwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Dann ist deine FriCard der Schlüssel zu allen Rechten und Möglichkeiten an jeder dieser Universitäten. Besuchte Lehrveranstaltungen und dort erbrachte Leistungen werden für dein Studium anerkannt und Gebühren erlassen.

World Wide Studies per BaWü, Fulbright und DAAD

Flugzeug
Abheben und durchstarten …

Als Studierender der Universität Karlsruhe musst du dich nicht auf Europa begrenzen, sondern kannst dich der ganzen Welt zuwenden. BaWü ist ein Austauschprogramm des Landes Baden-Württemberg mit den USA, Kanada und Australien, welches sich auf einen zweisemestrigen Aufenthalt beschränkt. Allerdings gelten nun auch andere Voraussetzungen: Vordiplom plus zwei Semester beim Antritt des Austausches, gute Studienergebnisse, wie auch gute Sprachkenntnisse, die mittels des TOEFL-Tests geprüft werden. Wer diesen Anforderungen entspricht, dem werden die dort anfallenden Studiengebühren erlassen und er erhält Förderungsgelder, die eine Höhe von 16 000 Euro erreichen können.

Ein weiteres internationales Austauschprogramm ist das „Fulbright Programm“. Es ermöglicht die Chance auf ein Teil- oder Vollzeitstipendium, mit dem du dein Hauptstudium für ein Jahr an einer amerikanischen Universität fortsetzen kannst. Allerdings musst du auch hier erst einmal einige Bedingungen erfüllen: zum einen eine gute fachliche Qualifikation, die durch zwei Gutachten von Professoren belegt werden muss, zum anderen die Teilnahme am TOEFL-Test. Weiterhin wird eine landeskundliche Vorbereitung auf den Studienaufenthalt in den USA verlangt. Hast du es unter die Auserwählten geschafft, gibt es Grund zur Freude. Denn die Fulbright-Kommission hilft dir bei der Suche nach einem Studienplatz, übernimmt Reise- und Versicherungskosten, die kompletten Studiengebühren und einen Teil der Lebenshaltungskosten.

Das Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – kurz „DAAD Programm“ – unterstützt dich mit einem Jahres-, Semester- oder Kurzzeitstipendium bei deinem Auslandsaufenthalt in dem Land deiner Wahl. Erstattet werden Studiengebühren bis zur Höhe von 10 000 Euro, Reise- sowie Versicherungskosten und Lebenshaltungskosten. Leider sind die Voraussetzungen für eine Förderung des Stipendienprogramms für viele unerreichbar: Schließlich musst du mit deinen bisherigen akademischen Leistungen zum obersten Drittel deines Jahrgangs zählen und eine in den Augen des DAAD geeignete Persönlichkeit unter Beweis stellen. Aufgrund der inzwischen viel zu großen Nachfrage werden aber fast nur noch Teilstipendien vergeben, was bei den Studierenden eine Eigenbeteiligung in Höhe von 350 Euro monatlich voraussetzt.

Pie Chart
Hitliste der Erasmus-Outgoer

Praxis statt Theorie

Möchtest du im Ausland auf den theoretischen Unialltag verzichten und praktische Erfahrungen sammeln? Dann wende dich an IAESTE, eine internationale Organisation zur Vermittlung von technischen Praktika. Seit der Gründung im Jahr 1948 gelang es IAESTE, Studierende der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie der Land- und Forstwirtschaft über 300.000 Praktika in über 80 Länder zu vermitteln. Mit professioneller Hilfe ersparst du dir die lange und oft deprimierende Suche nach einem geeigneten Praktikum, denn die Organisation listet dir nach deiner eingegangenen Bewerbung aktuelle Platzangebote in den verschiedensten Ländern auf. Vor Antritt deines Praktikums kümmert sich IAESTE um eine Unterkunft am Ort sowie um ein ausreichendes Gehalt zur Deckung deiner Lebenshaltungskosten. Wer sich für ein Ziel außerhalb Europa entscheidet, der erhält zusätzlich noch einen Fahrtkostenzuschuss des DAAD.

Wenn du im Fachbereich Wirtschaft und Management, Informationstechnologie oder Entwicklungszusammenarbeit studierst, dann bietet AIESEC, die größte internationale Studentenorganisation, mit den Programmen „Management Traineeship“, „Technical Traineeship“ und „Development Traineeship“ eine gute Auswahl. Als Voraussetzungen für ein Praktikum, das mindestens drei Monate dauern sollte, gelten ein vorhandenes Vordiplom und vor allem gute Sprachkenntnisse in der jeweiligen Unternehmenssprache. Die Teilnahme am AIESEC-Programm kostet einmalig 220 Euro, was einen Datenbankeintrag, ein Vor- und Nachbereitungsseminar sowie die anfallenden Verwaltungsgebühren beinhaltet. Doch diese Investition im Vorhinein lohnt sich, denn die Praktika sind alle bezahlt, bis auf die Angebote im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Wer jetzt Lust auf einen Auslandsaufenthalt bekommen hat, für den gilt: Informiere dich rechtzeitig! Die beste Anlaufstelle hierfür bildet das Akademische Auslandsamt, Adenauerring 2 oder im Internet unter www.aaa.uni-karlsruhe.de. Dort findest du Informationsmaterial und Ansprechpartner zu allen aufgeführten Programmen sowie eine Anzahl weiterer internationaler Kooperationen.

Dorothee Sommer und Jessica Reiling

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